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Anfang 1999 beschließen 3
Studenten ihren weitgehend verantwortungsfreien Alltag etwas mehr
Farbe zu geben und Musik zu machen, die im heimischen Formatradio
keinen Platz hat.
Die anfängliche Suche von Harald, Bernhard „Psycho Mike“
und Josef nach einem Bassisten bereitet vorerst allerdings einige
Probleme, bis Martin, ein Gitarrist der Tennengauer Metal Szene,
der Band vorgestellt wird. Martin beeindruckt mit einem Best of
Metallica Potpouri, dass er aus seiner Gitarre herauswürgt.
Die Band erklärt ihm, dass sein musikalischer Background zwar
o.k. ist, sie aber eigentlich einen Bassisten brauchen würden.
Doch Martin erweist sich als Gitarrist ohne Egoproblem (die in dieser
Band sowieso keine Chance haben), und tut das einzig richtige: er
verzichtet auf 2 Saiten und ist bis vor kurzem für die tiefen
Töne in der Band (im musikalischen, als auch im Sinne des geselligen
Beisammensein) zuständig gewesen.
Harald obliegt die musikalische und lyrische
Gestaltung des musikalischen Oeuvre. Er komponiert mit der sogenannten
2-Cassettenrecorder-Methode, eine Kompositionsweise, die äußerste
Selbstdisziplin und die Hingabe eines Mönchs voraussetzt. Für
besonders Interessierte hier ein kleiner Exkurs: Man verzichtet
dabei auf die 1000en Möglichkeiten, die einem die modernen
Sequencerprogramme oder auch in eingeschränktem Maße
ein Mehrspurrecorder bietet, hat dafür aber den Vorteil, dass
man nicht so leicht den Faden verliert und letztendlich nicht mehr
weiß, was man eigentlich wollte. Der Song sollte sich idealerweise
aus wenigen Grundgedanken, die einige melodische/harmonische Ideen
und die Grundstimmung schon enthalten, langsam entwickeln und mit
etwas Geduld, Eigendynamik und oft auch durch Zufall entsteht dann
schon mal etwas Besonderes, dass quasi danach schreit, auf Tonträger
verewigt zu werden. (Zitat Harald) – was uns direkt zum Sonic
Flow Studio führt, in dem u.a. auch die erste EP entsteht (die
mit dem legendären Billigwaschmittelcover).
Nach einigen Auftritten wird schnell klar,
dass noch einige Songs darauf warten, auf CD gebrannt zu werden,
doch ein weiterer Studiobesuch wäre ein finanzielles Debakel.
Die Band beschließt also ihre besten Anzüge nicht zu
verkaufen sondern anzuziehen und nimmt beim Jederpopwettbewerb teil,
wo sie die Jury so beeindrucken, dass man ihnen glatt noch zwei
Studiotage schenkt, die zwar nicht für eine ganze EP reichen,
aber immerhin für zwei Songs. Zwei weitere Songs werden bei
Mario Thaler in Weilheim aufgenommen, dessen Studio übrigens
so schlecht gelüftet ist, dass man noch die Ausdünstungen
von Bands wie Readymade, Slut, Miles, Sportfreunde Stiller oder
auch Attwenger wahrnehmen kann (trotzdem nicht die schlechtesten
Referenzen). Und Mario, der Energydrink in Menschengestalt, leistet
wirklich ganze Arbeit, und so dauert es nicht lange, bis die zweite
EP „The Day“ das Licht der Welt erblickt.
Eine klassische Rockband, als solche
sich SODA EXPORT verstehet, hat nach einer CD-Produktion möglichst
viele Auftritte zu absolvieren, die leider immer noch in schlecht
ausgestatteten Kleinwägen absolviert werden müssen. Mike
ist es meist zu verdanken, dass man bis jetzt noch jeden Veranstalter
gefunden hat, er ist der einzige, der zumindest ansatzweise so etwas
wie Orientierungssinn besitzt.
Liveauftritte sind für die Vier aber
trotz allem der Reiz an der ganzen Sache, und immerhin werden
so Grenzerfahrungen wie leergefegt Bierzelte, in denen man „etwas
von Deep Purple“ oder manchmal auch nur ein „Drumsolo“
spielen soll immer seltener. Die angenehmen Erfahrungen sind zum
Glück weitaus häufiger (Global Village Festival –
immerhin 10000 Leute Publikum; das Flex in Wien – trotz Liveübertragung
der U-Bahngeräusche über unsere Gitarrenverstärker,
und weitere Auftritte in ganz Österreich mit Bands wie Miles,
Heinz, Texta und Aereogramme).
Im Juli 2003 beginnt die Band mit den
Aufnahmen für die 3 CD, „Ghostman“, kurz
darauf verlässt Martin das Quartett. Der Grund für sein
überstürztes Ausscheiden ist weiblich, blond und kommt
aus Schweden, wo Martin jetzt übrigens auch ist. Im September
werden die Studioaufnahmen als Trio beendet, nicht ohne kurz darauf
schon als vollständiges Quartett im Proberaum zu stehen. Der
Grund ist wieder weiblich, blond, heißt Johanna und ist gleichzeitig
die bassspielende Schwester von Gitarrist Zap, der sich übrigens
jetzt wieder Josef nennt, da das lautmalerisch viel besser zum Namen
seiner Schwester passt. Im Dezember folgt dann der erste Auftritt
in der neuen Besetzung, die euphorischen Publikumsreaktionen versprechen
einiges und bestätigen die Qualität der neuen SODA EXPORT.
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